| Einsatz von POLARIS in Niedersachsen |
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Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) in Oldenburg ist im Rahmen des übertragenen Wirkungskreises zuständige Fachbehörde bei der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung in Niedersachsen. Neben den in der AbfKlärV beschriebenen Aufgaben hat sich die Kammer weiteren Anforderungen im Rahmen der Klärschlammverwertung gestellt. Zur effektiven Dokumentation, der Beratung und der Kontrolle bedient sich die Kammer seit Jahren des Produkt-Orientierten-LAndwirtschaftlichen-Raum-Informations-Systems POLARIS, einer Entwicklung der Geoinformationsdienst GmbH in Göttingen-Rosdorf. „Als ich vor gut 20 Jahren bei der LWK anfing, waren Karteikarten und tapetengroße Karten die Grundlage“, so Volker Grothey, Mitarbeiter der Bezirksstelle Northeim. Die Verwertung von Klärschlamm in der Landwirtschaft wurde in den folgenden Jahren immer mehr, damit einhergehend wurde auch der Datenumfang größer. Weitere Punkte, die in den vergangenen Jahren immer stärker bei der Verwertung von Klärschlämmen berücksichtigt werden mussten, waren Auflagen aus Wasserschutzgebietsverordnungen und Naturschutzgebietsverordnungen oder die zunehmende Konzentration der Tierhaltung auf den Betrieben. „Die Flut an Information und Daten, die Berücksichtigung finden mussten, konnte nicht mehr in Karteikarten untergebracht werden“, so der Berater der Kammer. Die LWK entwickelte daraufhin ein erstes Klärschlammverwaltungsprogramm unter dem Betriebssystem DOS, welches aber spätestens mit der Jahrtausendwende ebenfalls an seine Grenzen kam. Seit 2002 setzt die LWK flächendeckend in Niedersachsen das geografische System POLARIS ein. Genauso wie es eine Fläche in der Natur nur einmal geben kann, gibt es diese Fläche im System auch nur einmal. Doppelnennungen aus verschiedenen Jahren oder von unterschiedlichen Landwirten oder beauftragten Dritten kann es nicht mehr geben. Sämtliche Analysenergebnisse von Böden und Klärschlamm sowie alle Stoffmengen werden raumbezogen gespeichert. „Wir können in unserem System nachvollziehen: Wer wann und wohin Klärschlamm bekommen hat, wo der Klärschlamm herkam und wer ihn ausgebracht hat“, erläutert Grothey weiter, „Wir dokumentieren jede Vorankündigung und jeden Lieferschein“. Zum jetzigen Zeitpunkt sind 110.340 Klärschlammflächen, 486.218 Bodenanalysen, 40.853 Klärschlammanalysen und 287.855 Klärschlamm-Lieferscheine im System für Niedersachsen erfasst. Auf diese Daten können, natürlich nur im Rahmen der jeweiligen Berechtigung, Kläranlagenbetreiber und Verwerter über ein eigenes Modul zugreifen. So geschehen bei der Verwertung der Klärschlammerden aus der Abwasserreinigungsanlage Förste (LK Osterode/Niedersachsen) durch die Firma EKO-PLANT GmbH. „Zukünftiges Ziel muss der digitale Datenaustausch ohne Papier sein, nur so kann ein reibungsloser und vor allem effizienter Ablauf gewährleistet werden. Vorankündigungen und Lieferscheine mit den dazugehörigen Unterlagen in Papierform hin- und herzuschicken, ist kaum mehr machbar“, so übereinstimmend der Mitarbeiter der LWK und Martin Peitzmeier von der EKO-PLANT GmbH, welche das POLARIS Modul für Verwerter dieses Jahr erstmalig und ohne Probleme einsetzte. Bei der LWK wird das System vorrangig eingesetzt, um den Aufgaben, welche die LWK als landwirtschaftliche Fachbehörde hat, gerecht zu werden. Die LWK ist darüber hinaus die klassische landwirtschaftliche Beratungsinstitution für alle landwirtschaftlichen Fragen in Niedersachsen. Somit liegt es nahe, dass POLARIS auch für Beratungsaufgaben genutzt wird, die bei der sensiblen Klärschlammverwertung sowohl bei den landwirtschaftlichen Betrieben als auch bei den Verwertern mehr als genug auftraten und auch zukünftig auftreten. „Spannend wird es, wenn die neue AbfKlärV kommt“, bemerkt Grothey abschließend. „Qualitätssicherung wird dort eine starke Rolle spielen und das ist genau das, was POLARIS kann“. Autor: Volker Grothey, LWK Niedersachsen, Herr Grothey ist bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Northeim, als Klärschlammsachbearbeiter und bei der Erstellung von Emissionsgutachten tätig Quelle: EKOPress 03/2011 |